| Disc 1 | ||||||
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| 1. |
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Ich friste in einem Loch unterm Dach
Als armer Hund mein Dasein Hab' wenig zu essen, drum lieg' ich oft wach Und hung're bei Wasser mit Wein Und starrt die nackte Wand mich auch an ? Was macht das schon, jetzt hangt ja daran Ein Bild von ihr ? Sie schenkte es mir! Meine Bucher, die letzten Habseligkeiten Ich werde mit ihnen ins Pfandhaus geh'n Dort vermach ich sie den Leuten Die doch nicht zu lesen versteh'n Auch wenn sie sie mir nicht viel dafur geben ? Was macht das schon, dann lese ich eben Die Briefe von ihr ? Sie schickte sie mir! Ich glaube mein Fenster habe ich mal Des Nachts im Suff zerschlagen Mein Wirt will, dass ich den Schaden zahl' ? Einen Streit mit ihm darf ich nicht wagen! Ich geb ihm den Schein, und ist's auch mein letzter ? Was macht das schon, jetzt hangt vor dem Fenster Ein Mantel von ihr ? Sie schenkte ihn mir! Ich friste in einem Loch unterm Dach Als armer Hund mein Dasein Doch sie denkt an mich in ihrem Prunkgemach Denn ihr Mann ist alt und gemein Ein Sonntagsjager und Herrenreiter ? Was macht das schon, ich brauch' ja nichts weiter Als das Herz von ihr ? Sie schenkte es mir! |
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| 2. |
| 3:46 |
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Einmal kam sie auf ein Glas Wein
Zu mir herein, zu mir herein Sie schaute sich um, spuckte kraftig in die Hande Und brachte Ordnung in meine vier Wande! Alle Sofakissen hatte sie geschickt Und sauber in der Mitte geknickt! Ich weiß, so ein Madchen ist eigentlich Viel zu schade fur mich Viel zu schade fur mich! Dann stand sie und wischte, auf der Fensterbank Alle Scheiben blank, alle Scheiben blank! Soviel Fleiß ist Gabe, nicht anerzogen Und statt der Muttermilch eingesogen! Endlich war alles sauber und geputzt ? Nur hatte sie ihr neues Kleidchen beschmutzt! Ich weiß, so ein Madchen ist eigentlich Viel zu schade fur mich Viel zu schade fur mich! Sie hangte das Kleidchen mit den Flecken drin Zum trocknen hin, zum trocknen hin Da sah ich, dass sie selbstgestrickte Hosen trug Geraumig und warm, zum Schutz gegen Zug! Die konnte sie, wenn sie wollte, von den Knien Bequem bis unter die Achseln zieh'n! Ich weiß, so ein Madchen ist eigentlich Viel zu schade fur mich Viel zu schade fur mich! Sie hatte ihre Zahnburste mitgebracht Und blieb uber Nacht, und blieb uber Nacht Sie weinte, weil ich sagte, dass sie Ruhe geben sollte Als sie ein paar Kunststuckchen vorfuhren wollte Einem Buch “Gluck zu zweit” ? oder so ? entnommen ? An jedem Bahnhof kann man es bekommen! Ich weiß, so ein Madchen ist eigentlich Viel zu schade fur mich Viel zu schade fur mich! Ich sagte ihr, dass sie nichts zu weinen hatte In meinem Bette, in meinem Bette! ?Warte bis morgen, dann triffst du hier Einen Freund von mir, der ist netter zu dir!“ ? Jetzt wohnt sie bei ihm, hat ihm langst geschickt Die Nummes seines Autos auf ein Kissen gestickt! Ich weiß, dieses ein Madchen war eigentlich Viel zu schade fur mich Viel zu schade fur mich! |
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| 3. |
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Das Bier in dieser Kneipe schmeckt mir nicht mehr
Ich kame am liebsten gar nicht mehr her! Außerdem weiß ich ? und nicht erst seit Heute Ich kenne hier die falschen Leute! Einer sitzt jeden Abend hier Hat nie einen Pfennig Geld in der Tasche! Dann bittet er jeden, das ist seine Masche Um einen Groschen ? schon hat er sein Bier! Bei den Madchen geht er ahnlich vor: Tatschelt hier ein Gesaß, gibt dort ein Kusschen Beißt da in ein Ohr ? von allem ein Bisschen Reicht das noch nicht aus, macht er noch mal die Runde Und verschafft sich so manche gluckliche Stunde! Das Bier in dieser Kneipe schmeckt mir nicht mehr Ich kame am liebsten gar nicht mehr her! Außerdem weiß ich ? und nicht erst seit Heute Ich kenne hier die falschen Leute! Ebensooft kommt einer rein Der hat nur noch drei Haare und die wickelt er Sich um seinen Kopf, funfmal oder mehr Weil er glaubt, noch zu jung fur 'ne Glatze zu sein Bei den Madchen fangt er's ahnlich an: Er wickelt, so sagt er, die jungen Dinger ? Und glaubt fest daran ? nur so um den Finger Warum soll's nicht stimmen, man weiß ja nie ? Selbst die feuchteste Hand findet einmal ein Knie! Das Bier in dieser Kneipe schmeckt mir nicht mehr Ich kame am liebsten gar nicht mehr her! Außerdem weiß ich ? und nicht erst seit Heute Ich kenne hier die falschen Leute! Ich selbst lasse mich hier nur noch selten seh'n! Ich trinke lieber zu Hause mein Bier Dort sitze ich und arbeite an mir ? Sogar meine Nachbarn finden das schon! Mit den Madchen hier rede ich auch nicht mehr Ich halte mich da schon lieber an eine Die hat zwar Charakter ? aber leider krumme Beine! Doch lasst sich Alles ? und an mir soll's nicht legen Wenn man weiß was man will ? geradebiegen Das Bier in dieser Kneipe schmeckt mir nicht mehr Ich kame am liebsten gar nicht mehr her! Außerdem weiß ich, und nicht erst seit Heute Ich kenne hier die falschen Leute! |
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| 4. |
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Fruher lief hier einer rum, es ist schon ziemlich lange her
Einer, der sich Charley nannte, viele wissen's gar nicht mehr Ein paar And're, ich bin sicher, die erinnern sich noch gut An seine Hinterhaltigkeit und ihre Angst vor seiner Wut Manchmal blieb er ein paar Wochen, mal verschwand er fur ein Jahr Salz und Sonne in der Haut und mit ausgeblich'nem Haar War er plotzlich, stark wie immer, nach 'ner Weile wieder hier Fur uns Jungs war er der Konig, fur die Alten mehr ein Tier Alle haben es bemerkt, wie gut sein Blumenhemd ihm stand Mit Lochern drin, ganz heimlich mit 'ner Kippe reingebrannt Was aussah, dass fast jeder sie fur Einschusslocher hielt Und der Sohn vom Apotheker hat sofort danach geschielt Er kaufte Charleys Hemd zu einem unverschamten Preis Trug es schmutzig, wie es war, mitsamt den Lochern und dem Schweiß Sicher hat er fest geglaubt, er brauche es nur anzuzieh'n Und Charleys Kraft und Schonheit ubertrugen sich auf ihn Viele Madchen rissen wegen Charley von zu Hause aus Er nahm das als selbstverstandlich, machte sich nicht viel daraus Doch nicht nur besonders wilde, freche Madchen wollten ihn Sogar brave, graue Mause wurden scharf, wo er erschien Eine sah ich, wie sie mehrmals dicht an ihm voruberlief Jedes Mal bei seinem Blick die Schenkel fest zusammenkniff Spater tat, als sei er Luft fur sie, weil sie ihn nie bekam Und sich irgendeinen Ander'n, den sie kriegen konnte, nahm Dieses Madchen, was liegt naher, nahm sich ausgerechnet den Der die Apotheke erbte, neulich hab' ich ihn geseh'n Er sah anders aus als fruher, als ihm immer, wo er ging Charleys Fetzenhemd an seinem schlotternden Gerippe hing Heute knicken seine Beine, ahnlich wie bei einem Schwein Unter dem Gewicht der Huften, mehr und mehr nach innen ein Und die Kinder auf der Straße woll'n ihn nackig sehn und gern Seine Knie, wenn er geht, aneinanderklatschen hor'n Horst du, Charley, was mir dieser Mensch berichtet hat! Du warst jetzt auch schon so wie er, so sauber, sanft und satt Auch dein Name war' jetzt anders, nicht mehr Charley, sondern Karl Und Alles liefe, wie es sein soll, ruhig und normal Weißt du, Charley, was du tust, geht mich schon lange nichts mehr an Nur schade, dass so einer sich mit dir vergleichen kann Einer der, obwohl er wollte, nie wie du gewesen ist Soll nicht sagen durfen, dass du so wie er geworden bist |
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| 5. |
| 5:25 |
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An einem truben Tag, als er gerade vierzehn war
Eben wuchs auf seiner Brust das erste blasse Haar Spielte er fur sich im Wald, da rief sein Vater ihn herein Brachte ihn zu seiner Mutter, ließ ihn dann mit ihr allein Den Kopf mit Waldgeschichten voll gestopft bis an den Rand Drei Federn noch im Schopf, Pfeil und Bogen in der Hand Stand er da ganz nackt und seine knochige Gestalt War von Kopf bis Fuß mit bunten Kriegszeichen bemalt Seine Mutter strich um ihn herum und deutete dann Mit dem Blick auf seinen rot-weiß-grun gestreiften Pillermann Sagte: ?Ach, mein Junge, wenn du schon so gerne malst und schmierst Sorge ich dafur, dass du was Kunstlerisches wirst.“ Kurze Zeit darauf fand sich ein Warenhaus bereit Ihn als Schildermaler einzustellen, mit 'ner Probezeit Er bestaunte, dass ihm tagelang der Mund weit offen stand In dem großen Hause all' die neuen Dinge, die er fand Schone Menschen gab es dort, mit Gesichtern, glatt und weich Und er schaute in den Spiegel, lief schnell weg und fragte gleich Einen unrasierten alten Mann mit einem eckigem Gesicht: ?Warum sind wir beide denn so hasslich und die Andern nicht?“ ?Wenn's dein Wunsch ist“, sprach der Mann, ?so wie die Anderen zu sein Halte dich an deinen Chef, kriech ihm einfach hinten rein! Das ubst du fleißig, bis sich dein Profil schon sanft und glatt An der Darmwand deines Vorgesetzten abgeschliffen hat!“ Und schon wandte sich der Junge an den sauberen Verein Mit dem heißen Wunsch, bald auch so'n schoner Arschkriecher zu sein Doch da zeigten sich die Menschen sehr verwundert und emport Taten so, als hatten sie dieses Wort noch nie gehort Sie packten ihn am Arm, fuhrten ihn in einen Raum Da hing ein hoher Vorgesetzter, hoher als ein Baum Von der Zimmerdecke, festgeschnallt auf einem Stutzkorsett Dessen nackter Hintern pendelte schon glanzend, bleich und fett Wie ein praller Gasballon, nur zigtausend mal so schwer Als die Tur aufging, kaum wahrnehmbar, im Luftzug hin und her Der Junge spurte, als das dicke Ding da vor ihm schwang Eine sanfte Hand im Nacken, die ihn in die Knie zwang Und da fand er sie, die Offnung, ganz tief unter, gar nicht groß Und er jauchzte laut vor Freude und sofort ließ man ihn los Er atmete tief ein, bohrte dann mit aller Macht Seinen durren Knabenkorper in den engen, dunklen Schacht Doch im nachsten Augenblick ein heißer Druck, ein Donnerschlag Und als er drauf halb betaubt in einer Ecke lag Einen Mann vor Schmerz laut brullen horte, war ihm endlich klar Dass er als Afterkriecher vollig ungeeignet war Er befuhlte sein Gesicht, es war noch alles wie vorher Nur mit der scharfen Krummung seiner Nase hatte er Dem Vorgesetzten nicht allein den Schließmuskel geritzt Sondern ihm auch noch der Lange nach den Mastdarm aufegschlitzt Voller Angst sah er jetzt, wie die schonen Menschen um ihn her Hasslich wurden und ihn schlugen, und schon spurte er nichts mehr Als er dann erwachte sah er jenen alten Mann Mit dem eckigen Gesicht, er kroch hin und schrie ihn an: ?Ich hab' die Menschen jetzt, wie sie wirklich sind, geseh'n Und ich krieche auch nie wieder, davon wird man gar nicht schon Ich will wissen, alter Mann, was ist mit den Leuten los Wenn sie schon nicht hubscher werden, warum kriechen sie denn bloß?“ ?Schwer zu sagen“, sprach der Mann, ?manch einer kriecht ja auch nicht gern Und er meint, er muss es tun, um die Familie zu ernahr'n Dem Andern macht es Spass, er schafft sich Frau und Kinder an Als Vorwand, nur damit er besser arschkriechen kann!“ |
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| 6. |
| 9:17 |
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| 7. |
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Zu einer Zeit, in der ich sehr allein war, so ohne einen Menschen, schaffte ich mir ein Schwein an, das ich Monika nannte.
Ich stellte es auf meinem Balkon unter und futterte es mit Abfallen, die ich aus den Mulleimern kramte. Das Tier fraß auch jeden Dreck, machte aber gleichzeitig so viel Mist, dass es schon nach wenigen Wochen bis zum Hals in der eigenen Jauche steckte. Um es vor dem Ertrinken zu retten, setzte ich einen Sessel mitten rein und band die Sau mit Stricken darauf fest. Um den Mist nun loszuwerden, wandte ich mich mit einer Zeitungsanzeige an die Kleingartner der Umgebung. Das Interesse dieser Menschen, an echtem Schweinedung war riesengroß, und schon am nachsten Tag standen sie in Schlangen unter meinem Balkon. Die Jauche floß in Stromen ? und manche wollten sogar was dafur bezahlen. Irgendwie sprach sich das auch herum. Die Leute grußten mich wesentlich freundlicher als sonst ? ich wurde jetzt geachtet als ein Mann, der es versteht, aus Scheiße Geld zu machen. Einmal, es war Sommer, die Sau saß draußen breitbeinig in ihrem Sessel und sonnte sich, da horte ich sie plotzlich aufgeregt grunzen. Ich riss die Balkontur auf und sah noch, wie sich Frau Klotzkes widerlicher Koter an ihr zu schaffen machte. Als ich mich dazwischen werfen wollte, wurde der Hund plotzlich an einem Bindfaden hochgezogen Und auf dem Balkon uber mir sang ein Haufen fruhreifer Kinder: ?Eene, meene, mackel, die Sau machts's mit nem Dackel!“ Durch diese unfreuliche Erlebnis fuhlte ich mich noch enger an Monika gebunden und ich nahm ihren ersten Geburtstag als Anlass fur eine kleine interne Feier. Es machte ihr auch sichtlich Freude, sich vorn und hinten von mir bedienen zu lassen. Abends zundete ich eine Kerze an, stellte ihr einen Eimer billigen Fusel hin, mir selbst eine Flasche Schnaps Und gemeinsam soffen wir eine Weile vor uns hin, und ich erzahlte ihr was von mir. Um unserem Fest nun einen besonderen Pfiff zu geben, legte ich eine heiße Platte auf, und das hatte ich nicht tun sollen. Denn kaum horte Monika die ersten Tone, plumpste sie, besoffen wie sie war, von ihrem Sessel und fing wie irrsing an zu tanzen. Unfahig mich zu ruhren, sah ich, wie sich der Balkon langsam vornuber neigte und dann mit unbeschreiblichem getose in die Tiefe sturzte, Wahrend Monika, laut grohlend, mit dem Kopf nach unten, in der Astgabel einer Platane schaukelte, die direkt am Hause stand. Ein Jahr ist inzwischen vergangen, seit Monika wegen Alkoholvergiftung notgeschlachtet werden musste. Ich fuhle mich schuldig an ihrem Tode und habe mich jetzt fast ganz zuruckgezogen. Um alles wieder gutzumachen, wollte ich mir schon ein neues Schwein anschaffen, aber der Gedanke daran hat alles Vergangene wieder in mir aufgeruhrt. Stattdessen habe ich mich fur eine mittelschwere Frau entschieden. Der Balkon ist bereits repariert, und frisches Stroh habe ich uns auch schon besorgt... |
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| 8. |
| 3:00 |
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Heute hier, morgen dort
Bin kaum da, muss ich fort Hab' mich niemals deswegen beklagt Hab' es selbst so gewahlt Nie die Jahre gezahlt Nie nach Gestern und Morgen gefragt Manchmal traume ich schwer Und dann denk' ich es war' Zeit zu bleiben und nun Was ganz And'res zu tun So vergeht Jahr um Jahr Und es ist mir langst klar Dass nichts bleibt Dass nichts bleibt, wie es war Dass man mich kaum vermisst Schon nach Tagen vergisst Wenn ich langst wieder anderswo bin Stort und kummert mich nicht Vielleicht bleibt mein Gesicht Doch dem Ein' oder Ander'n im Sinn Manchmal traume ich schwer Und dann denk' ich es war' Zeit zu bleiben und nun Was ganz And'res zu tun So vergeht Jahr um Jahr Und es ist mir langst klar Dass nichts bleibt Dass nichts bleibt, wie es war Fragt mich einer, warum Ich so bin, bleib ich stumm Denn die Antwort darauf fallt mir schwer Denn was neu ist wird alt Und was gestern noch galt Stimmt schon heut' oder morgen nicht mehr Manchmal traume ich schwer Und dann denk' ich es war' Zeit zu bleiben und nun Was ganz And'res zu tun So vergeht Jahr um Jahr Und es ist mir langst klar Dass nichts bleibt Dass nichts bleibt, wie es war |
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| 9. |
| 3:32 |
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Bin auf meinem Weg
Schon so lang' Zerschlagen und trag' Schon so lang' Bin mude und leer Will nach Suden ans Meer Bin auf meinem Weg Ohne Wiederkehr Schon so lang' Seh' die Kriege, die Not Schon so lang' Ruinen und Tod Schon so lang' Seh' die Tranen, die Wut Seh' die Wunden das Blut Erwurgt und verfault Was stark war und gut Schon so lang' Seh' die Welt oft im Traum Schon so lang' Als Pilzwolkenbaum Schon so lang' Euch, ihr Herren der Welt Eure Lugen, den Mord An Millionen, die glauben An euer Wort Schon zu lang' Nicht nur Greuel gescheh'n Schon so lang' Hab' die Liebe geseh'n Schon so lang' Seh' die Hoffung, den Mut Seh' den Glauben, die Glut Und was sich in Gesichtern Von Kindern tut Schon so lang' Bin auf meinem Weg Schon so lang' Zerschlagen und trag' Schon so lang' Bin mude und leer Will nach Suden ans Meer Bin auf meinem Weg Ohne Wiederkehr Schon so lang' |
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| 10. |
| 11:50 |
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Spoken:
Es war an einem Morgen im Fruhjahr, als ich meinen ersten Anfall bekam. Ich hatte so'n bisschen uber mich und das Leben nachgedacht, als mir plotzlich speiubel davon wurde und Irgendwas druckte mir den Hals so zu, dass ich dachte ich musste ersticken. Ich sturzte auf die Straße, schnappte wie ein Irrer nach Luft aber es kam noch viel schlimmer. Mir wurde schwindelig, ich drehte mich zehn Mal um mich selbst und dachte alle Leute zeigten mit den Fingern auf mich, bis ich dann merkte, dass ich gar nichts anhatte. Ich rannte und rannte, fand dann irgendein offenes Parterrefenster, kletterte rein und verkroch mich, zitternd vor Angst und Kalte in irgendeine Ecke. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich merkte, dass ich mich in einem Trodelladen befand. Der ganze Raum hing voll mit alten Klamotten und ich zog mir sofort eine Pluderhose, Stulpenstiefel und ein Kettenhemd an, hangte mir noch #ne alte Armbrust uber die Schulter und fuhlte mich augenblicklich wieder gelassen und unangreifbar. Ich marschierte uber die Straße und stand dann plotzlich vor dem Personaleingang des Kaufhauses, wo ich bis dahin die Papierverbrennungsanlage bedient hatte. Als ich das sah, wurde mir schlecht vor Wut, ich rannte den Pfortner uber den Haufen, riss samtliche Telefonkabel ab, brach die Stempeluhr aus der Wand und tobte weiter in die Verkaufsraume. Als ich in die Spielwarenabteilung kam, stand der erste Verkaufer wieder mal, von einem Stutzpfeiler halb verborgen, auf ner Leiter, um die Kinder beim Klauen besser erwischen zu konnen. Die liefert er dann immer der Geschaftsleitung aus und kassierte dicke Pramien pro Nase. Sein dreckiges Grinsen, als er mich sah, brachte mich so auf, dass ich, ohne zu zielen meine Armbrust auf ihn abdruckte und der Bolzen fuhr ihm dicht am Hals vorbei, durch den Anzugkragen und nagelte ihn am Pfeiler fest. Ich trat die Leiter unter ihm weg und ließ ihn da hangen wie'n Schluck Wasser. Und wahrend er zappelte und schrie, schmiss ich eine Stellage nach der anderen um und verteilte das Spielzeug unter die Kinder. Und mitten im großten Tumult tauchte der Chef des Hauses auf und zischte mich an: ?Was machen Sie denn da? Sofort kommen Sie mit in mein Buro, Sie Idiot!". Ich spannte nur meine Armbrust und sagte: ?Leck mich doch am Arsch, du Motherfucker! Hande hoch und vorwarts!". Da sah er den Verkaufer am Pfeiler baumeln und wurde leichenblass. Ich schubste ihn in den Lastenfahrstuhl ohne dass die Kunden deswegen stutzig wurden, die das ganze fur 'ne Werbeaktion hielten, fuhr mit ihm in den Keller runter in die Papierverbrennung und gab ihm einen Tritt und er flog durch das riesige Ofenloch, mitten ins Feuer und als draußen die Polizeisirenen heulten, war schon nichts mehr von ihm ubrig. Ich rannte nach draußen, warf die Armbrust weg, schwang mich auf ein herrenloses Damenfahrrad und jagte quer durch die City zum Ortsausgang und nach einer Stunde Fahrt fiel ich halbtot vor Erschopfung vom Rad und schlief unter einem Gebusch ein. Am nachsten Morgen war es eisig kalt und mit der Kalte kam die Angst. Ich hatte eine Fuhrungskraft umgebracht! Jetzt wurde man mich uberall suchen und hetzen! Und in meiner Panik wuhlte ich mich immer tiefer und tiefer in den Wald und gegen Mittag fand ich einen verlassenen Luftschutzbunker. Die Tur war offen und in einer Ecke lag eine Maschinenpistole in Olpapier gewickelt und eine Kiste Munition. Ich setzte die Waffe zusammen. Sie funktionierte und ich fuhlte mich sofort wieder unbesiegbar. Ich beschloss, mich im Bunker einzurichten und mir gleich Vorrate zu beschaffen, um in der Illegalitat uberleben zu konnen. Und noch am selben Tag knackte ich drei Banken. Ich zwangte mich jedes mal mit dem Fahrrad durch die Tur, drehte eine Runde im Schalterraum, feuerte mit der MP in die Decke, dass der Kalk nur so spritzte und schrie: ?Ich bin der Rattenfanger von Hameln, wo sind hier die Mause?!" Und als ich auf diese Weise 100.000,- Mark zusammen hatte, ging ich noch schnell in Supermarkt einkaufen und erreichte dann auf Schleichwegen wieder meinen Bunker. (Guitar Interlude) Ich blieb so lange unsichtbar, bis keine Zeitungsmeldungen uber mich mehr erschienen, beschaffte mir dann so nach und nach alles was ich brauchte und verlebte ein paar sehr ruhige Monate. Ich pflanzte Hanf im Blumenpott, rauchte ab und zu einen Joint und schaukelte bei sonnigem Wetter in meiner Hangematte und horte ? die MP auf dem Bauch ? die Hitparade im Kofferradio und war glucklich. Aber wie alle glucklichen Leute, nach 'ner Weile schon nahe am Verbloden und um dem entgegenzuwirken, schrieb ich zentnerweise Leserbriefe und badete ab und zu in einem eingezaunten See, der in der Nahe lag und der dem Tankerkonig gehorte. Eines Mittags also ? ich saß da ganz ruhig mit meiner MP im Wasser ? stand da plotzlich einer vor mir in Hemdsarmeln, gruner Schurze, Strohhut, Spaten uber der Schulter und meinte, das ware Privateigentum, wo wir denn hinkamen, wenn das Alle machen wurden. Ich sagte: ?Ja, wenn das Alle machen wurden, dann ware der Tankerkonig bald weg vom Fenster mit Blick auf den See". Ich fragte ihn ob er es denn notig hatte, als Gartner fur den Tankerkonig den Buttel zu machen. Meint er doch: "Ich bin nicht der Gartner, ich bin der Tankerkonig!". Ich sagte: ?Das ist doch nicht zu fassen, den Gartner entlassen, die Dahlien selber begießen und das Geld fur sie arbeiten lassen! Damit ist jetzt Schluss!!". Ich wollte sofort abdrucken, brachte es dann aber dann doch nicht fertig und stattdessen zwang ich ihn einen Joint zu rauchen, so groß wie'n Ofenrohr. Und ich sagte: ?So! Und jetzt will ich mal sehen, wie Milliardare so leben!" Wir gingen die paar hundert Meter bis zu seiner Villa und als wir ankamen war er schon so high wie'n Weltmeister. Er taumelte vor mir her in eine riesige Diele auf eine erlesene Sitzecke zu, wo die Tankerkonigin saß und doste. Und so'n Hundchen im Arm, mit blauer Schleife und rosa Arschloch und sie murmelte ohne die Augen zu offnen: ?Rudi, bist du's? Denk dir, Ari Onassis hat uns eingeladen zur Safari!". Der Tankerkonig glotzte seine Frau erst an als wenn er gar nichts begriffen hatte, fing dann an um sie rumzutanzen, affte ihre Stimme nach: ?Mit Ari auf Safari!". Die Tankerkonigin riss die Augen auf, sah uns und fluchtete kreischend die Treppe rauf. Der Tankerkonig angelte sich die antike Streitaxt von der Wand und, Ari Safari, hinterher. Da dachte ich: ?Das Schauspiel guckst du dir von draußen an!" und ich setzte mich in die Hollywoodschaukel. Da sah ich auch schon den Tankerkonig aus der Dachluke kriechen. Die blutige Axt in der Hand breitete er die Arme aus, sprang und landete ? klatsch ? direkt vor meinen Fußen. Ich ging erst mal zuruck zum Bunker und legte mich schlafen. Am nachsten morgen horte ich dann die Nachrichten. Die halbe Welt stand Kopf. Es war auch von mir die Rede. Die Tankerkonigin hatte ausgesagt. Ihr Mann hatte mit seiner Axt nicht sie, sondern nur das Hundchen erschlagen und man sprach von einer wirtschaftspolitischen Katastrophe, die der Tod des Tankerkonigs ausgelost hatte. Und weiter hieß es, die gesamte Landespolizei und eine Bundeswehreinheit beteilige sich mit Suchhunden und Peilgeraten, Hubschraubern und Panzern an der Fahndung nach dem geisteskranken Morder mit dem Kettenhemd und den Stulpenstiefeln. Mir wurde ganz mulmig zumute und ich verrammelte die Bunkertur hinter mir und traute mich wochenlang nicht mehr raus. Nach einer Weile fuhlte ich mich so elend und einsam, dass ich schon anfing mit mir selbst zu reden. Ich brauchte unbedingt einen Menschen mit dem ich sprechen konnte! Aber einen der das mit dem Tankerkonig auch verstehen wurde! Und ich kannte keinen. Aber dann hatte ich die Idee: Wenn schon kein Lebender da war, warum sollte ich dann nicht mit einem Toten reden. Also schlich ich mich gegen Mitternacht aus dem Wald in den nachsten Ort. Ich kannte da ein Haus in dem regelmaßig spiritistische Sitzungen stattfanden. Und ich hatte auch Gluck, die Sitzung war schon im vollen Gange. Ich stieß die Tur mit dem Fuß auf, die MP in der Hand und rief: ?Nur keine Panik meine Herrschaften und Hande auf den Tisch!". Aber kaum hatten die die Hande auf der Platte, fing der Tisch an zu wackeln, hob sich wie von selbst und schwebte dann einen Meter uberm Fußboden. Ich sagte: ?Kinder, macht doch keinen Quatsch, Hande hoch ubern Kopf!" Sofort flogen die Hande in die Luft und der Tisch krachte wieder auf den Boden und ich sagte. ?So, wer von euch ist hier der Ober-Druide? Macht mir mal 'ne Verbindung mit Che Guevara, ich mochte jetzt endlich mal mit einem vernunftigen Menschen reden!". Erst wussten die gar nicht so richtig, wen ich da meinte, gaben sich aber sehr viel Muhe und endlich knackte es in der Leitung und ich horte Che Guevaras Stimme: ?Was wollt ihr von mir?". Ich sagte wer ich war und was ich angerichtet hatte und dass ich einen Rat brauchte. Und die Stimmer fragte mich etwas argerlich, was das denn sollte und ob ich denn noch nie was von organisiertem Klassenkampf gehort hatte. Ich sagte nee, hatte ich nicht. Die Stimme schwieg einen Augenblick und sprach dann wesentlich freundlicher und trostender weiter: Ja da ware mir nur sehr schwer zu helfen, ich ware krank und ich sollte mal am besten zum Psychoanalytiker gehen. Total deprimiert kroch ich zuruck zum Bunker, als ich schon von weitem die Blechbuchsen klappern horte die an dem Alarmdraht hingen, den ich um mein Versteck gespannt hatte. Vor Schreck an allen Gliedern zitternd ging ich dann hin und sah einen VW da stehen, mit einem nackten Parchen auf dem Vordersitz. Die Stoßstange hatte sich in der Alarmleitung verhakt, so dass die Blechbuchsen unausgesetzt schepperten. Ich war so emport, dass ich dem Kerl die MP in den Rucken bohrte und ihn anschrie: ?Sofort aufhoren, das ist doch 'ne Schweinerei! Weit und breit die unberuhrteste Natur und Sie machen hier solche Verrenkungen in Ihrer stinkigen Kiste. Aber sofort raus in die Glockenblumen!". Der arme Mann jammerte mir die Ohren voll: ?Warum haben Sie uns so erschreckt? Meine Bekannte hat'n Krampf und jetzt hangen wa fest!" Das hatte mir gerade noch gefehlt. Wir berieten erst mal ne Weile daruber, was wir da machen konnten und dass es das beste ware, der Braut mit 'ner Nadel in den Schenkel zu stechen, so als Gegenschock, aber naturlich hatte keiner 'ne Nadel dabei. Mir dauerte das Alles zu lange, ich sagte: ?Schluss jetzt!! Wenn ihr die Nadel haben wollt, musst ihr schon die hundert Meter zum Nahkastchen robben". Die Operation gelang dann auch. Und erst als die beiden den Bunker wieder verlassen hatten, wusste ich, dass ich einen furchtbaren Fehler begangen hatte... |
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| 11. |
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Ich bin ein Rohr im Wind
Bind dich nicht an an mich! Ich bin ein Rohr im Wind Bind dich nicht an an mich! Ich bin kein Halt, mein Kind Ich bin kein Halt, mein Kind Fur dein Boot und dich Ich bin ein Rohr im Wind Bind dich nicht an an mich! Ich bin ein Rohr im Wind Bind dich nicht an an mich! Ich bin kein Halt, mein Kind Ich bin kein Halt, mein Kind Fur dein Boot und dich Ich bin ein Rohr im Wind Bind dich nicht an an an mich! Ich bin ein Rohr im Wind Bind nicht an mich dein Boot! Es war' fur dich, mein Kind Es war' fur dich, mein Kind Es war' fur dich, mein Kind Und fur mich der Tod! |
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| 12. |
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Ich kam von Frankfurt nach Berlin
Drei Koffer voll mit Kokain Cocaine, all around my brain Hallo Taxi, schnell zum Ku'damm, Ecke Tauentzien Meine Frau und meine Kinder schrei'n nach Kokain Cocaine, all around my brain Hm, hm, hm, hey! Oh Mama, komm schnell her Halt mich fest, ich kann nicht mehr Cocaine, all around my brain Meine Frau heisst Evelyn Ich weiss nicht, liebt sie mich oder mehr mein Kokain Cocaine, all around my brain ?Liebster“, sagt sie, ?Rate mal, was kitzelt so schon In der Nase, schmeckt nach Scheisse, wirkt wie Arsen?“ Cocaine, all around my brain Hm, hm, hm, hey! Oh Mama, komm schnell her Halt mich fest, ich kann nicht mehr Cocaine, all around my brain Mein Sohn ist zwolf und ewig angetornt Ich verbiet' es ihm, damit er endlich laufen lernt Cocaine, all around my brain Seit gestern weiss er endlich, wer ich bin Wenn er mich sieht, dann ruft er: ?Pappa, hattu Kokain?“ Cocaine, all around my brain Hm, hm, hm, hey! Oh Mama, komm schnell her Halt mich fest, ich kann nicht mehr Cocaine, all around my brain Meine kleine Tochter ist jetzt grad' Auf 'nem Trip, den sie letztes Jahr schon eingepfiffen hat Cocaine, all around my brain Sie sieht aus, als war' sie dreissig Und sie macht auf zwanzig, dabei ist sie acht Cocaine, all around my brain Hm, hm, hm, hey! Oh Mama, komm schnell her Halt mich fest, ich kann nicht mehr Cocaine, all around my brain Meine Tante dealt seit einem Jahr Seitdem geht sie uber Leichen, fahrt 'nen Jaguar Cocaine, all around my brain Immer wenn sie kommt, bringt sie ein Stuckchen Shit In der Radkappe fur die Kinder mit Cocaine, all around my brain Hm, hm, hm, hey! Oh Mama, komm schnell her Halt mich fest, ich kann nicht mehr Cocaine, all around my brain Mein Onkel kam vom Alkohol zum Kokain Jetzt will er sich das Kokain mit Schnaps entzieh'n Cocaine, all around my brain Seit gestern liegt er im Delirium Ab morgen steigt er wieder auf die Droge um Cocaine, all around my brain Hm, hm, hm, hey! Oh Mama, komm schnell her Halt mich fest, ich kann nicht mehr Cocaine, all around my brain Opa hat den Gilb, wartet auf den Tod Freut sich auf Jimi Hendrix und den lieben Gott Cocaine, all around my brain Oma geht es augenblicklich auch nicht gut Seit ihrem letzten Flash spuckt sie nur noch Blut Cocaine, all around my brain Ich merke schon, dass ich jetzt aufhor'n muss Oh Mama, Mama, Mama, komm mach mir 'nen Schuss Mit Morphium und Heroin Opium und Rosimon Oder gib mir Lysergsaurediathylamid Mescalin und Nepalshit La, la, la . . . |
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| Disc 2 | ||||||
| 1. |
| 7:51 |
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Fast jeder weiß was in Hameln geschah, vor tausend und einem Jahr
Wie die Ratten dort hausten, die alles fraßen was nicht aus Eisen war Zu dieser Zeit kam ich nach langer Fahrt als Spielmann in diese Stadt Und ich horte als erstes den Herold schreien, als ich den Markt betrat Wer mit Gottes Hilfe oder allein die Stadt von den Ratten befreit Fur den lagen ab nun beim Magistrat hundert Taler in Gold bereit Ich packte mein Bundel, die Flote und Leier und klopfte ans Rathaustor Kaum sah man mich schlug man die Tur wieder zu und legte den Riegel vor Und ich horte wie man den Herren sagte, es stunde ein Mann vor dem Tor Zerrissen und stinkend in bunte Lumpen, mit einem Ring im Ohr Dieser Mann nun ließe den Herren sagen, er kame von weit, weit her Und er bote der Stadt seine Hilfe, weil er ein Rattenfanger war Ich wartete lange, dann rief eine Stimme durch die geschlossene Tur: ?Vernichte die Ratten und du bekommst die versprochenen Taler dafur!“ Und ich ging und blies in der Nacht die Flote, immer nur einen einzigen Ton Der so hoch war, dass nur die Ratten ihn horten, und keine kam davon Bis hinein in die Weser folgte mir bald die ganze quiekende Brut Und an Morgen trieben dann hunderttausend Kadaver in der Flut Als die Hamelner Burger horten, was alles geschehen war in der Nacht Tanzten sie auf den Straßen, nur an mich hat keiner gedacht Und als ich dann wieder vorm Rathaus stand und forderte meinen Lohn Schlug man auch diesmal die Tur vor mir zu und erklarte mir voller Hohn Nur der Teufel konne bei meiner Arbeit im Spiel gewesen sein Deshalb sei es gerecht ich triebe bei ihm meine hundert Taler ein Doch ich blieb und wartete Stunde um Stunde bis zum Abend vor jenem Haus Aber die Ratsherren die drinnen saßen, trauten sich nicht heraus Als es Nacht war kamen bewaffnete Kerle, ein dutzend oder mehr Die schlugen mir ihre Spieße ins Kreuz und stießen mich vor sich her Vor der Stadt hetzten sie ihre Hunde auf mich und die Bestien schonten mich nicht Sie rissen mich um und pissten mir noch ins blutende Gesicht Als der Mond schien flickte ich meine Lumpen, wusch meine Wunden im Fluss Und weinte dabei vor Schwache und Wut, bis der Schlaf mir die Augen schloss Doch noch einmal ging ich zuruck in die Stadt und hatte dabei einen Plan Denn es war Sonntag, die Burger traten eben zum Kirchgang an Nur die Kinder und die Alten blieben an diesem Morgen allein Und ich hoffte, die Kinder wurden gerechter, als ihre Vater sein Ich hatte vorher mein zerfleischtes Gesicht mir bunten Farbe bedeckt Und mein Wams, damit man die Locher nicht sah, mit Hahnenfedern besteckt Und ich spielte und sang, bald kamen die Kinder zu mir von uberall her Horten was ich sang mit Emporung und vergaßen es nie mehr Und die Kinder beschlossen mir zu helfen und nicht mehr zuzusehen Wo Unrecht geschieht, sondern immer gemeinsam dagegen anzugehen Und die Hamelner Kinder hielten ihr Wort und bildeten ein Gericht Zerrten die Bosheit und die Lugen ihrer Vater ans Licht Und sie weckten damit in ihren Eltern Betroffenheit und Scham Und weil er sich schamte, schlug manch ein Vater sein Kind fast krumm und lahm Doch mit jeder Misshandlung wuchs der Mut der Kinder dieser Stadt Und die hilflosen Burger brachten die Sache vor den hohen Rat Es geschah was heute noch immer geschieht, wo Ruhe mehr gilt als Recht Denn wo die Herrschenden Ruhe wollen, geht's den Beherrschten schlecht So beschloss man die Vertreibung einer ganzen Generation In der Nacht desselben Tages begann die schmutzige Aktion Gefesselt und geknebelt, von den eigenen Vatern bewacht Hat man die Kinder von Hameln ganz heimlich aus der Stadt gebracht Nun war wieder Ruhe in der Stadt Hameln, fast wie in einem Grab Doch die Niedertracht bluhte, die Ratsherren fassten eilig ein Schreiben ab Das wurde der Stadtchronik beigefugt, mit dem Stempel des Landesherren Und besagt, dass die Kinder vom Rattenfanger ermordet worden war'n Doch die Hamelner Kinder sind nicht tot, zerstreut in alle Welt Haben auch sie wieder Kinder gezeugt, ihnen diese Geschichte erzahlt Denn auch heute noch setzen sich Menschen fur die Rechte Schwacherer ein Diese Menschen konnten wohl die Erben der Hamelner Kinder sein Doch noch immer herrscht die Luge uber die Wahrheit in der Welt Und solange die Gewalt und Angst die Macht in Handen halt Solange kann ich nicht sterben, nicht ausruhen und nicht fliehen Sondern muss als Spielmann und Rattenfanger immer weiter ziehen Denn noch nehmen Menschen Unrecht als Naturgewalt in Kauf Und ich hetze noch heute die Kinder dagegen immer wieder auf Und ich hetze noch heute die Kinder dagegen immer wieder auf |
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Das erste, was ich sah, war ein Kalender an der Wand
Als ich die Augen aufschlug und las gleich, was da stand: Es war das Jahr 2095 im April Ich wollte gehen, mir wurde schlecht, ich stolperte und fiel Uber irgend etwas und dann sah ich, dass das Ding Eine Lochkarte war, die an meiner Zehe hing Die steckte ich sofort in den Computer, der da stand Und erfuhr dann auch sofort, warum und wo ich mich hier befand Diese Geschichte ist nur ein boser Traum Und dass die mal wahr wird, glaube ich kaum Denn schon setzen sich Menschen dagegen zur Wehr Und jeden Tag werden es mehr! Vor hundert Jahren wurde ich, so kam es jetzt heraus Besoffen eingeliefert in dieses Krankenhaus Ich hatte keinen Ausweis bei mir, darum hat man mich Einfach eingefroren, wie es hieß versehentlich Ich offnete die Tur, um mich ein wenig umzuschauen Da saß ein Mann, der Zeitung las mit angesengten Brauen Er sagte gar nichts und ich beruhrte seinen Arm Und merkte, dass er tot war, dabei war sein Pulsnoch warm Diese Geschichte ist nur ein boser Traum Und dass der mal wahr wird, glaube ich kaum Denn schon setzen sich Menschen dagegen zur Wehr Und jeden Tag werden es mehr! Die Zeitung hob ich auf und las, da wurde mir auch klar Warum ich gerade jetzt enteist und auferstanden war Es war die Rede von der großten Bombenexplosion in der Geschichte Und dass sie vor einer Stunde schon stattgefunden hatte Und Ort der Zundung war' Die allertiefste Stelle im Steinhuder Meer Durch die Druck- und Hitzewelle, das sieht wohl jeder ein Musste all das Eis um mich herum geschmolzen sein Diese Geschichte ist nur ein boser Traum Und dass der mal wahr wird, glaube ich kaum Denn schon setzen sich Menschen dagegen zur Wehr Und jeden Tag werden es mehr! Ich tappte durch den Korridor, kam in den Krankensaal Aber da stank es nach Aas, ich sah Leichen uberall Schon kam's mir hoch, ich riss ein paar Toilettenturen auf Leider saß da uberall schon ein Toter drauf Ich kotzte, wo ich stand, schloss mich in der Dusche ein Und fragte mich, wie's war, nun auf der Welt allein zu sein Ich wusch mich und verbrauchte eine Dose Deospray Gegen atomare Strahlen, vom Scheitel bis zum Zeh Als ich mich wieder besser fuhlte, ging ich in die Stadt Alle Hauser waren aus Plastik, kein's war hoch und glatt Es war duster auf den Strassen, ich sah kaum wohin ich ging Weil der Atompilz immer noch schwer auf den Dachern hing Ich sah im Schaufenster ein Buch mit dem Titel ?Unserer Stadt“ Das nahm ich mir, indem ich die Ladentur eintrat Moskel hieß die Stadt, las ich und man ahnt es schon Sie reichte vom Rhein bis tief in die Sowjetunion Diese Geschichte ist nur ein boser Traum Und dass der mal wahr wird glaube ich kaum Denn schon setzen sich Menschen dagegen zur Wehr Und jeden Tag werden es mehr! Ich dachte: ?Das ist auch nicht mehr alles so wie fruher hier!“ Dann sah ich ein Pornoheft, beim blattern schien es mir Das da alles noch beim Alten war. Gleich wurde mir bewusst Das ich hundert Jahre schlief, ohne Sunde, ohne Lust Dann erst sah ich, dass ich nackt war und ich schamte mich Denn auf einem Stuhl hinter mir bemerkte ich Ein Madchen, das hielt noch in der schwarz und roten Hand Den aus feuerfestem Material gedruckten Goetheband Diese Geschichte ist nur ein boser Traum Und dass der mal wahr wird, glaube ich kaum Denn schon setzen sich Menschen dagegen zur Wehr Und jeden Tag werden es mehr! Ich lief zuruck zur Klinik, um ein Madchen aufzutauen Um ohne langes Zogern, die Welt neu aufzubauen In der Gefrierabteilung zweiter Klasse waren alle tot Doch fand ich die erste Klasse schnell in meiner Not Hier lief als Extrasicherung ein Notstromaggregat Doch fror ich bei der Kalte nicht, als ich den Raum betrat Denn hundert Jahre ohne Frau, ihr wisst schon was das heißt Ein Kolben, mit dem hatt' ich jeden Gletscher aufgeschweißt Doch diese Geschichte ist nur ein boser Traum Und dass der mal wahr wird, glaube ich kaum Denn schon setzen sich Menschen dagegen zur Wehr Und jeden Tag werden es mehr! Doch als ich sah, wer da alles unterm Eise lag Traf mich die Kalte plotzlich wie ein Hammerschlag Alles alte Weiber, die Haut verschrumpelt blau Das Tal in allen Farben, aber unterm Nabel grau Da lag die Tankerkonigin mit ihrem Hund im Eis Mir gefror auf der Stirn der ohnehin schon kalte Schweiß Denn die Pille ewiger Jugend, fiel mir plotzlich ein Konnte ja fur diese Monstern schon erfunden sein Ich hielt es da nicht lange aus, ging durch die nachste Tur In den Mannersaal. Politiker und Greise lagen hier Fast alle wegen Korruption und Meineid abgesagt Hatten sie sich selber fur 'ne Zeit auf Eis gelegt Mit dem Wissen, die Summe ihrer großten Schweinereien Wurde eines Tages, vollig umgedreht als rein Historisch große Tat durch die Geschichtsbucher gehen wenn sie einmal wieder aus dem Eise auferstehen Diese Geschichte ist nur ein boser Traum Und dass der mal wahr wird, glaube ich kaum Denn schon setzen sich Menschen dagegen zur Wehr Und jeden Tag werden es mehr! Ich stellte mir voll Ekel diese Kreaturen vor Sich begattend, die Erneuerung der Welt im Chor Grolend feiern, Wechselbalger erzeugen die Ebenso brutal und skrupellos war'n wie sie Die Erde neu bevolkern, diesen guten alten Stern Um sie nach tausend Jahren vielleicht wieder zu zerstor'n Und wieder fror ich, rannte grubelnd hin und her Nicht wissend, wie die Katastrophe zu verhindern war Doch ich suchte, bis ich einen Haufen Holzpflocke fand Unten angespitzt, nahm einen Hammer in die Hand Um den Herrschaften, noch vor Beginn der Nacht Die Holzer ins Herz zu treiben, wie man's mit Vampiren macht Ich ging zum ersten besten, holte aus zum Schlag ? Wachte auf und sah, dass ich in der Badewanne lag Weil die Arzte meinen, dass es gut war' das zu tun Schrieb ich die Geschichte nieder und hier ist sie nun Diese Geschichte bleibt nur ein boser Traum Und dass der mal wahr wird, glaube ich kaum Denn schon setzen sich Menschen dagegen zur Wehr Und jeden Tag werden es mehr! |
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| 3. |
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Das war 'ne heiße Marzenzeit
Trotz Regen, Schnee und alledem! Nun aber, da es Bluten schneit Nun ist es kalt, trotz alledem! Trotz alledem und alledem ? Trotz Wien, Berlin und alledem ? Ein schnoder scharfer Winterwind Durchfrostelt uns trotz alledem! Die Waffen, die der Sieg uns gab Der Sieg des Rechts, trotz alledem Die nimmt man sacht uns wieder ab Samt Pulver und Blei und alledem Trotz alledem und alledem ? Trotz Parlament und alledem ? Wir werden uns're Buchsen los Soldatenwild trotz alledem! Heißt ?Gnad'ger Herr“ das Burschlein dort ? Man sieht's am Stolz und alledem Und lenkt auch Hunderte sein Wort Es bleibt ein Tropf trotz alledem Trotz alledem und alledem Trotz Band und Stern und alledem ? Ein Mann von unabhan'gem Sinn Schaut zu und lacht, trotz alledem Und wenn der Reichstag sich blamiert Professorhaft, trotz alledem! Und wenn der Teufel regiert Mit Huf und Horn und alledem ? Trotz alledem und alledem Es kommt dazu, trotz alledem Dass rings der Mensch die Bruderhand Dem Menschen reicht, trotz alledem! Trotz alledem und alledem Es kommt dazu, trotz alledem Dass rings der Mensch die Bruderhand Dem Menschen reicht, trotz alledem! |
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| 4. |
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Und eh' mich nun der letzte Rest
Meiner Geisteskraft verlasst Die, wie man in der Presse liest Im Grunde langst verkummert ist Hab' ich noch schnell vor Toresschluss Von Wohlstand, Luxus und Genuss Von Ausschweifung ganz ausgelaugt Am Euter Franz Villons gesaugt Aus dem die Milch der Wahrheit fließt ? Doch nur, wenn der ein Dichter ist Von dem er angemolken wird ? Bei mir hat er sich nicht geziert So hab' ich wahrend einer Nacht Dies kleine Testament gemacht: Sollt' ich mein Leben bald verlier'n Vermache ich mein krankes Hirn Professor Doktor Pillerman Der untersucht es, schlagt es dann Mit einer Nudelrolle platt Und kocht es aus bei tausend Grad Und legt es dann in Spiritus Wo es ganz fest unter Verschluss Weit von der Wirklichkeit entfernt Noch akademisch denken lernt. In Deutschland, der Kulturnation Schatzt man den Dichter immer schon ? Betrachtet man es mal genau ? Nicht hoher ein als eine Sau Die im Dreck nach Futter grabt Verachtet wird, solang sie lebt Ist sie dann eines Tages tot Befreit man sie von Schmutz und Kot Deckt sich mit ihren Innerei'n Fur lange, harte Winter ein ? So konnt' es mir wohl auch ergeh'n Drum will ich, das wird man versteh'n Wie selbst das allerdummste Schwein Zu Lebzeiten gemastet sein Dem Schlachter, der mir ganz zuletzt Das Messer an die Kehle setzt Dem rat' ich und auch seiner Frau Falls sie noch nach der Tagesschau Schnell einen Schlachter zeugen woll'n Dass sie an Sulze denken soll'n Und dass sie, bei geloschtem Licht Ja nicht mehr tun als ihre Pflicht Sonst kommt als Schande fur das Haus Noch ein Dichter dabei raus Doch hatt' ich meine Lieder gern Statt einem Schallplattenkonzern Unserm deutschen Volk vermacht Doch nimmt es, hab' ich den Verdacht Mein Geschenk erst gar nicht an ? Wobei ich mich auch irren kann Es halt mich, bilde ich mir ein Langst nicht mehr jeder fur ein Schwein ? Es wurden auch schon Stimmen wach Die weisen mir eindeutig nach Dass ich ein bloder Esel sei Und mein Gesang I-A-Geschrei Doch auch als Esel will ich nun Den Massen was zugute tun Statt meiner Lieder biet' ich dann Meinen Kieferknochen an Denn Samson, denkt einmal daran Schlug er nicht an die tausend Mann Mit einem Eselskiefer tot? Deswegen dieses Angebot: Wenn sich das Volk einmal emport Sich gegen alle Herrschaft wehrt Es meinen Kiefer bei sich tragt Und auf bourgeoise Schadel schlagt Ich habe mich mit Vorbedacht Im Fernseh'n immer rar gemacht Doch weil ich auch kein Unmensch bin Bestimme ich jetzt, immerhin Sollte ich gestorben sein Meinen Kadaver auszuleih'n Fur eine Fernseh-Monsterschau Doch achte man darauf genau Dass man die Leiche gut geschminkt In vollem Wichs, bevor sie stinkt Festbindet an ein Mikrofon ? So wie EI Cid, ihr wisst ja schon Tot auf sein Pferd gebunden war Dazu soll man noch eine Schar Go-Go-Go-Girls engagier'n Die meine Verse uberschmier'n Mit sußem ?Dub-du-ah-uh-ah“ Damit das Volk am Bildschirm ja Als Sahnetortchen runterfrißt Was Vollkornbrot gewesen ist Solange ich der Backer war ? Das stell' ich hier noch einmal klar Weil ich noch lebe, hinterher Juckt mich das nicht mehr so sehr Und nun zu jenem kleinen Mann, Den ich nur schlecht beschreiben kann Weil er hier nicht genannt sein will Denn lieber lauert er ganz still Im Dunkeln, bildet sich viel ein Und hangt sich uberall mit rein Dabei wiegt dieser Himmelhund Wenns hoch kommt, nur ein Viertelpfund Ich ahne, so gut kenn' ich ihn Dass er, wenn ich gestorben bin Von meinem Tode unberuhrt Sein Eigenleben weiterfuhrt Wenn diese Ahnung sich erfullt Begrabt ihn auf der Insel Sylt In Kampen am Nacktbadestrand Nicht allzutief im Dunensand Ich denke, dass ihr mich versteht Wenn ihr die hubschen Madchen seht Im Sande sitzend, braun und nackt Und eine zu der andern sagt: ?Zwar weiß ich, Hannes, dieser Schlot Ist schon seit einer Woche tot Doch konnt' ich wetten, er ist hier ? Ich spure was von ihm in mir...“ Furs erste mach' ich jetzt mal Schluss Obwohl ich eingestehen muss Dass manches noch zu sagen war ? Ein and'res Mal erzahl' ich mehr Denn ich mochte, dass ihr wisst Wenn dies auch mein Vermachtnis ist Dass ich noch lang zu leben hab' Bin ich dann tot, soll'n um mein Grab Auch jene Journalisten steh'n Die Schmeißfliegen so ahnlich seh'n ? Wer fraße sich denn sonst da satt Wo unsereins geschissen hat? Fur die geb' ich noch aus dem Grab Ganz kurz eine Erklarung ab Statt einer Rede lass' ich bloß Einen letzten Rulpser los Tief grollend aus dem Untergrund Die Holle offnet ihren Schlund Schluckt unzerkaut das Lumpenpack Doch weil sie diesen Fraß nicht mag Kotzt sie den widerlichen Schmaus Gleich angeekelt wieder aus ? Ich hab' die Bande jedenfalls Ein- fur allemal vom Hals . . . |
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Dem Morgenrot entgegen
Ihr Kampfgenossen all! Bald siegt ihr allerwegen Bald weicht der Feinde Wall! Mit Macht heran und haltet Schritt! Arbeiterjugend? Will sie mit? Wir sind die junge Garde Des Proletariats! Wir sind die junge Garde Des Proletariats! Wir haben selbst erfahren Der Arbeit Frontgewalt In dust'ren Kinderjahren Und wurden fruh schon alt! Sie hat an unserm Fuß geklirrt Die Kette, die nur schwerer wird Wach auf du junge Garde Des Proletariats! Wach auf du junge Garde Des Proletariats! Die Arbeit kann uns lehren Und lehrt uns die Kraft Den Reichtum zu vermehren Der unsre Armut schafft! Nun wird die Kraft, von uns erkannt Die starke Waffe unsrer Hand! Schlag zu du junge Garde Des Proletariats! Schlag zu du junge Garde Des Proletariats! Wir reichen euch die Hande Genossen all, zum Bund! Des Kampfes sei kein Ende Eh' nicht im weiten Rund Der Arbeit freies Volk gesiegt Und jeder Feind am Boden liegt! Vorwarts, du junge Garde Des Proletariats! Vorwarts, du junge Garde Des Proletariats! |
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| 6. |
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Auf, auf zum Kampf zum Kampf
Zum Kampf sind wir geboren Auf, auf zum Kampf zum Kampf Zum Kampf sind wir bereit Dem Karl Liebknecht dem haben wirs geschworen Der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand Dem Karl Liebknecht dem haben wirs geschworen Der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand Es steht ein Mann ein Mann So fest wie eine Eiche Er hat gewiss, gewiss Schon manchen Sturm erlebt Vielleicht ist er Schon morgen eine Reiche Wie es so vielen Freiheitskampfern geht Vielleicht ist er Schon morgen eine Reiche Wie es so vielen Freiheitskampfern geht Wir furchten nicht, ja nicht Den Donner der Parolen Wir furchten nicht, ja nicht Die grune Polizei Den Karl Liebknecht den haben wir verloren Die Rosa Luxemburg fiel durch Morder Hand Den Karl Liebknecht den haben wir verloren Die Rosa Luxemburg fiel durch Morder Hand Auf, auf zum Kampf zum Kampf Zum Kampf sind wir geboren Auf, auf zum Kampf zum Kampf Zum Kampf sind wir bereit Dem Karl Liebknecht dem haben wirs geschworen Der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand Dem Karl Liebknecht dem haben wirs geschworen Der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand |
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| 7. |
| 2:44 |
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Von all unsern Kameraden
War keiner so lieb und so gut Als unser kleiner Trompeter Ein lustiges Rotgardistenblut Als unser kleiner Trompeter Ein lustiges Rotgardistenblut Wir saßen so frohlich beisammen In einer so sturmischen Nacht Mit seinen Freiheitsliedern Hat er uns so glucklich gemacht Mit seinen Freiheitsliedern Hat er uns so glucklich gemacht Da kam eine feindliche Kugel Bei einem so frohlichem Spiel Mit einem mutigem Lacheln Unser kleiner Trompeter, er fiel Mit einem mutigem Lacheln Unser kleiner Trompeter, er fiel Da nahmen wir Hacke und Spaten Und gruben ihm ein Grab Und die ihn am liebsten hatten Die senkten ihn still hinab Und die ihn am liebsten hatten Die senkten ihn still hinab Schlaf wohl, du kleiner Trompeter Wir waren dir alle so gut Schlaf wohl du kleiner Trompeter Du lustiges Rotgardistenblut Schlaf wohl du kleiner Trompeter Du lustiges Rotgardistenblut |
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| 8. |
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Eines Morgens in aller Fruhe
Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao Eines Morgens in aller Fruhe Trafen wir auf unsern Feind Eines Morgens in aller Fruhe Trafen wir auf unsern Feind Ihr Partisanen, kommt nehmt mich mit euch Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao Ihr Partisanen, kommt nehmt mich mit euch Denn ich fuhl', der Tod ist nah Partisanen, kommt nehmt mich mit euch denn ich fuhl', der Tod ist nah Und wenn ich sterbe, oh ihr Genossen Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao Wenn ich sterbe, oh ihr Genossen Bringt mich dann zur letzten Ruh! Wenn ich sterbe, oh ihr Genossen Bringt mich dann zur letzten Ruh! In den Schatten der kleinen Blume Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao Einer zarten, ganz kleinen Blume In die Berge bringt mich dann Einer zarten, ganz kleinen Blume In die Berge bringt mich dann Und die Leute, die geh'n voruber Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao Und die Leute, die geh'n voruber Seh'n die kleine Blume stehn Und die Leute, die geh'n voruber Seh'n die kleine Blume stehn Diese Blume, so sagen alle Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao Ist die Blume des Partisanen Der fur unsre Freiheit starb! Ist die Blume des Partisanen Der fur unsre Freiheit starb! |
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| 9. |
| 2:47 |
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Vier noble Generale
¡Mamita mia! Hab’n uns verraten Und die Faschisten-Staaten Schickten auch prompt Soldaten Mit Bomben und Granaten ¡Mamita mia! Zu blut’gen Taten Madrid, du wunderbare ¡Mamita mia! Dich wollten sie nehmen Doch deiner treuen Sohne ¡Mamita mia! Brauchst dich nicht zu schamen Und alle deine Tranen ¡Mamita mia! Die werden wir rachen Und die verfluchte Knechtschaft ¡Mamita mia! Die werden wir brechen. |
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| 10. |
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Spaniens Himmel breitet seine Sterne
Uber unsre Schutzengraben aus Und der Morge grußt schon aus der Ferne ? Bald geht es zu neuem Kampf hinaus! Die Heimat ist weit Doch wir sind bereit Wir kampfen und siegen fur dich, Freiheit! Dem Faschisten werden wir nicht weichen Schickt er auch die Kugelnhagel dicht ? Mit uns stehn Kameraden ohnegleichen Und ein Ruckwarts gibt es fur uns nicht! Die Heimat ist weit Doch wir sind bereit Wir kampfen und siegen fur dich, Freiheit! Ruhrt die Trommel, fallt die Bajonette! Vorwarts, marsch! Der Sieg ist unser Lohn! Mit der Freiheitsfahne brecht die Kette! Auf zum Kampf, das Thalmann-Bataillon! Die Heimat ist weit Doch wir sind bereit Wir kampfen und sterben fur dich, Freiheit! |
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| 11. |
| 3:45 |
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(corus, shouted:)
El pueblo unido jamas sera vencido! El pueblo unido jamas sera vencido! Steht auf und singt! Ein neues Lied beginnt! Ein neuer Kampf die Zukunft uns gewinnt Doch nur vereint Besiegen wir den Feind Kampft mit uns, Freund, dass morgen wir die Sieger sind! In unserem Lied Der neue Morgen gluht Wie unsre Fahne gluht im wilden Wind Und Chile kampft! Sein Kampf wachst mit dem Schmerz Und lodert aus den Minen himmelwarts Von Nord nach Sud Das Volksfrontbanner zieht Die Einheit gluht, wir schmieden sie aus Chiles Erz Der Weg ist klar: Unidad Popular! Das Volk, es kampf mit Hand und Hirn und Herz Und jetzt wird das Volk sich erheben Im Kampfe und singen Und singen mit machtiger Stimme: El pueblo unido jamas sera vencido! El pueblo unido jamas sera vencido! Und Chile singt das Lied vom neuen Licht Vom neuen Tag, der freundlicher anbricht Noch rot vom Blut, Doch hell und klar und gut! Genossen, Mut! Das Volk mit einer Stimmer spricht In unsrem Schritt Millionen ziehen mit Das Volk vereint weicht den Faschisten nicht Und Chile tanzt, wenn es den Kampf gefuhrt Es tanzt vereint, wie es vereint marschiert Faschistenpack! Es kommt, es kommt der Tag Der Siegestag, dann wird die Rechnung prasentiert Voran! Nach vorn! Fur uns geht nichts verlor'n Nur Ketten sind es, die das Volk verliert Und jetzt wird das Volk sich erheben Im Kampfe und singen Und singen mit machtiger Stimme: El pueblo unido jamas sera vencido! El pueblo unido jamas sera vencido! |
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| 12. |
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Und weil der Mensch ein Mensch ist
Drum braucht er was zum Essen, bitte sehr Es macht ihn kein Geschwatz nicht satt Das schafft kein Essen her Drum links, zwei, drei Drum links, zwei, drei Wo dein Platz Genosse ist Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront Weil du auch ein Arbeiter bist Und weil der Mensch ein Mensch ist Drum braucht er auch noch Kleider und Schuh' Es macht ihn kein Geschwatz nicht warm Und auch kein Trommeln dazu Drum links, zwei, drei Drum links, zwei, drei Wo dein Platz Genosse ist Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront Weil du auch ein Arbeiter bist Und weil der Mensch ein Mensch ist Drum hat er Stiefel im Gesicht nicht gern Er will unter sich keinen Sklaven seh'n Und uber sich keinen Herrn Drum links, zwei, drei Drum links, zwei, drei Wo dein Platz Genosse ist Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront Weil du auch ein Arbeiter bist Und weil der Prolet ein Prolet ist Drum kann ihn auch kein Anderer befrei'n Es kann die Befreiung der Arbeiter nur Das Werk der Arbeiter sein Drum links, zwei, drei Drum links, zwei, drei Wo dein Platz Genosse ist Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront Weil du auch ein Arbeiter bist |
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| 13. |
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Vorwarts und nicht vergessen
Worin unsere Starke besteht! Beim Hungern und beim Essen Vorwarts und nie vergessen: Die Solidaritat! Auf ihr Volker dieser Erde Einigt euch in diesem Sinn Dass sie jetzt die eure werde Und die große Nahrerin Vorwarts und nicht vergessen Worin unsere Starke besteht! Beim Hungern und beim Essen Vorwarts und nie vergessen: Die Solidaritat! Schwarzer, Weißer, Brauner, Gelber! Endet ihre Schlachterei! Reden erst die Volker selber Werden sie schnell einig sein Vorwarts und nicht vergessen Worin unsere Starke besteht! Beim Hungern und beim Essen Vorwarts und nie vergessen: Die Solidaritat! Wollen wir es schnell erreichen Brauchen wir noch dich und dich Wer im Stich lasst seinesgleichen Lasst ja nur sich selbst im Stich Vorwarts und nicht vergessen Worin unsere Starke besteht! Beim Hungern und beim Essen Vorwarts und nie vergessen: Die Solidaritat! Unsre Herrn, wer sie auch seien Sehen unsre Zwietracht gern Denn solang sie uns entzweien Bleiben sie doch unsre Herrn Vorwarts und nicht vergessen Worin unsere Starke besteht! Beim Hungern und beim Essen Vorwarts und nie vergessen: Die Solidaritat! Proletarier aller Lander Einigt euch und ihr seid frei Eure großen Regimenter Brechen jede Tyrannei! Vorwarts und nicht vergessen Und die Frage korrekt gestellt Beim Hungern und beim Essen: Wessen Straße ist die Straße? Wessen Welt ist die Welt? |
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| 14. |
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Wohin auch das Auge blicket
Moor und Heide nur ringsum Vogelsang uns nicht erquicket Eichen stehen kahl und krumm Wir sind die Moorsoldaten Und ziehen mit dem Spaten Ins Moor Wir sind die Moorsoldaten Und ziehen mit dem Spaten Ins Moor Hier in dieser oden Heide Ist das Lager aufgebaut Wo wir frei von jeder Freude Hinter Stacheldraht verstaut Wir sind die Moorsoldaten Und ziehen mit dem Spaten Ins Moor Wir sind die Moorsoldaten Und ziehen mit dem Spaten Ins Moor Morgens ziehen die Kolonnen Durch das Moor zur Arbeit hin Graben bei dem Brand der Sonne Doch zur Heimat steht der Sinn Wir sind die Moorsoldaten Und ziehen mit dem Spaten Ins Moor Wir sind die Moorsoldaten Und ziehen mit dem Spaten Ins Moor Auf und nieder geh'n die Posten Keiner, keiner kann hindurch! Flucht wird nur das Leben kosten Vierfach ist umzaunt die Burg Wir sind die Moorsoldaten Und ziehen mit dem Spaten Ins Moor Wir sind die Moorsoldaten Und ziehen mit dem Spaten Ins Moor Doch fur uns gibt es kein Klagen Ewig kann nicht Winter sein! Einmal werden froh wir sagen Heimat du bist wieder mein! Dann zieh'n die Moorsoldaten Nie mehr mit dem Spaten Ins Moor Dann zieh'n die Moorsoldaten Nie mehr mit dem Spaten Ins Moor |
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| 15. |
| 3:37 |
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Wacht auf, Verdammte dieser Erde
Die stets man noch zum Hungern zwingt! Das Recht wie Glut im Kraterherde Nun mit Macht zum Durchbruch dringt Reinen Tisch macht mit den Bedrangern! Heer der Sklaven, wache auf! Ein Nichts zu sein, tragt es nicht langer Alles zu werden, stromt zuhauf! Volker, hort die Signale! Auf, zum letzten Gefecht! Die Internationale Erkampft das Menschenrecht! Es rettet uns kein hoh’res Wesen Kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun Uns aus dem Elend zu erlosen Konnen wir nur selber tun! Leeres Wort: des Armen Rechte! Leeres Wort: des Reichen Pflicht! Unmundig nennt man uns und Knechte Duldet die Schmach nun langer nicht! Volker, hort die Signale! Auf, zum letzten Gefecht! Die Internationale Erkampft das Menschenrecht! In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute Wir sind die starkste der Partei'n Die Mußigganger schiebt beiseite! Diese Welt muss unser sein! Unser Blut sei nicht mehr der Raben Und der nacht’gen Geier Fraß! Erst wenn wir sie vertrieben haben Dann scheint die Sonn’ ohn Unterlass! Volker, hort die Signale! Auf, zum letzten Gefecht! Die Internationale Erkampft das Menschenrecht! Volker, hort die Signale! Auf zum letzten Gefecht Die Internationale Erkampft das Menschenrecht |
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